Fünf Leute repräsentieren gleichberechtigt den Aktionskreis Nun ein Vorstandsgremium Kekeritz bleibt Pressesprecher - Besetzer finanziell unterstützen? UFFENHEIM (kls) - Ein neues Vorstandsgremium mit gleichberechtigten Mitgliedern wählte der Aktionskreis gegen genmanipulierte Pflanzen. „Den“ Vorsitzenden im bisherigen Sinn gibt es nicht mehr. Diskutiert wurde über die Zusammensetzung. Eine Quotenregelung, um Ausgewogenheit zwischen den im Aktionskreis vertretenen Parteien sicherzustellen, wurde aber wieder verworfen. Einstimmig gewählt wurden dann: Dietmar Rückert, Uwe Kekeritz, Ulli Gärtling, Gertrud Anton und Dr. Friedrich Buer. Probleme mit der Doppelfunktion von Kekeritz als Pressesprecher der Grünen und des Aktionskreises machten Richard Möhring (ODP) und Klaus Markert (SPD) geltend. Ihnen wurde entgegengehalten, wer außer Kekeritz qualifziert wäre. Eine Abstimmung hatte das Ergebnis, daß man nichts gegen ihn als Pressesprecher habe. Jedoch sollen auch andere Vorstandsmitglieder zu Fachfragen die Medien informieren. In der Sitzung wurden nochmals die Ziele betont: über fundierte Öffentlichkeitsarbeit entschiedene Ablehnung der Freisetzungsversuche erreichen. Der Kreis agiere gewaltfrei. Akzeptiert und toleriert werden aber auch andere Formen zivilen Widerstands. Der Kreis trage aber keine Verantwortung für Aktionen, die einzelne oder Gruppen unter eigenem Namen oder anonym durchführen. Heute hat der Aktionskreis in der Nähe des Versuchsfelds auf einem anderen Gelände einen Infostand. Aufgenommen wurde der Vorschlag von Udo Chocholaty; Mandatsträger zu Gesprächen über Gentechnik einzuladen. Obwohl der Aktionskreis sich gegen das bloße Betreten des Versuchsfelds ausgesprochen hat, wurde die Besetzung ein Thema. Dr. Buer zeigte Verständnis für Motivation und Zivilcourage der Besetzer. Als zu vorgerückter Stunde schon einige gegangen waren, fragte Günter Brötzmann, ob der Aktionskreis in der Lage wäre, den Feldbesetzern beim Durchstehen eines Rechtsstreits finanziell zu helfen. Diese Frage soll·aber erst behandelt werden, falls die Besetzer selbst mit einer entsprechenden Bitte kommen. FLZ Nr.100, Donnerstag 1. Mai 1997