Grünen-Ortsverband haben Besetzung des Genrübenfeldes weder vorbereitet noch geplant - Aber: Mit Zielen der Feldbeseter solidansch Uwe Kekerizu wehrt sich - Auch der bayerische Landesverband bezog gestern Nachmittag Stellung UFFENHEI/MÜNCHEN - Die bayerischen und die Uffenheimer Grünen haben gestern Nachmittag Stellung zur Besetzung des Rüben-Versuchsfelds genommen. Die bayerische Landesvorsitzende von Bündnis 9O/Die Grünen, Ruth Paulig, widerspricht der Erklärung des Pressesprechers der Firma Monsanto, Helmut Wagner, gegenüber der Fränkischen Landeszeitung am Montag dieser Woche, die Firma wolle ,,keine Zwangräumung durch die Polizei.“ Nach der Erklärung der Grünen in Bayern habe die Landesvorsitzende gefordert, auf eine polizeiliche Räumung des besetzten Feldes zu verzichten. Sie forderte Monsanto auf, den Argumenten der Feldbesetzer nicht einfach nur geballte Macht entgegen zu setzen, sondern ihre Befürchtungen ernst zu nehmen.“ Die Gefahren, die sich aus der Freisetzung genveränderter Pflanzen ergebe würde, seien kaum abzuschätzen, so die Erklärung der bayerischen Grünen. Paulig: ,,Genveränderte Lebensmittel werden von weiten Teilen der Bevölkerung kategorisch abgelehnt... Diese Bedenken können nicht einfach beiseite gewischt werden... Bündnis 9O/Die Grünen erklären sich mit den Zielen der Feldbesetzer solidarisch.“ Die Uffenheimer Grünen stellen fest, daß die Feldbesetzung von ihnen weder vorbereitet noch geplant gewesen sei. Pressesprecher Uwe Kekeritz habe in einem Gespräch wissen wollen, wer hinter der Besetzung steht und aus welchen Gründen. Die Grünen seien zur Überzeugung gelangt, daß die Besetzung absolut gewaltfrei ablaufe. Die Jugendlichen hätten sich entschieden, das eigentliche Versuchsfeld zu besetzen, obwohl auf Vermittlung von Kekeritz ein Landwirt eine benachbarte F1äche zur Verfügung gestellt hätte. Der Ortsverband verwahrt sich gegen Kriminalisierungsversuche. Wirre und und anonyme Brandanschlagsdrohungen seien völlig indiskutabel, weshalb man sich nicht extra davon distanzieren müsse. Den BBV-Bezirksvorsitzenden Jürgen Ströbel fordern die Grünen auf, Namen und Fakten zu nennen, wenn er vermutet, das Umfeld des Aktionskreises sei zur militanten Szene zu rechnen. Die Aussage von BBV-Kreisobmann Seitz, Kekeritz sei auf einem Pressefoto mit einem Vermummten abgebildet gewesen, sei ,,üble Hetze.“ Kekeritz weist auch den Vonrwurf zurück, eine Meinungsumfrage unsachlich wiedergegeben zu haben. Festgestellt wird, daß sich die Grünen mit den Jugendlichen auf dem Feld solidarisieren. Friedliche Besetzungen unterstütze die Partei in der ganzen Bundesrepublik. Man lasse sich aber nicht als ,,Drahtzieher" bezeichnen, die Jugendliche für ihre Zwecke instrumentalisieren. FLZ Nr.94, Donerstag 24. April 1997