Thunfischschweinbrüstchen Folgendes Gourmetmenu 2000, in Monsantos Betriebskantine erfunden und Patentiert, empfehle ich den „Gen-ießern“. Vorspeise: pro Person zwei Körner Kürbisreis in Bullenmilch vom BSE-Galloway-Rindsreh. Hauptgang: kräutergekreuztes Thunfischschweinbrüstchen mit kochnukleiden Kunstaromen aus der Reagenzröhre. Wein: herrlich petunienblumige Frankenfood-Erbgut-Auslese „Zeller Nacktöchsle“ mit selbst nachregulierbarem Alkoholgehalt. Nachtisch: Frostschutz-Genfrisch Fruchtmutantenmüsli mit Körpenvarmen Wintereis. Dem wird eine geniale Zukunft folgen. Gentechnisch verhunzte Sojabohnen, intelligente DauerschaumDNA beim Bier, minuskalorienöser Schokokram, fettfreies Fett und wochenlang frische Brötchen werden erst der Anfang sein. Kartoffeln sprießen schalenlos in schlanker Frittenform, auf Schreibtischunterlagen wachsen paprika-getuned knabberfertige Chips. Apfelsinen verkleben nicht mehr die Finger, seit Erbgutfloristen sie in praktischer Bananenform entwickeln. Für Vegetarier sind Fleisch und Wurst tierfrei nachgebaut. Molekularburger und Kreativkoteletts mit Vollwertturbomikroben ...! Na dann, Guten Appetit! Peter Gramm Kreisvorstand Bündnis 9O/Die Grünen, Kreisverband Ansbach, Niederoberbach 58 „Man muß sich wundern“ Zum Thema Genforschung. „Alles, was der Mensch einmal erfunden und erforscht hat, wurde und wird früher oder später in die Praxis umgesetzt. So war es immer, so wird es auch bleiben. Weil aber der Menschheit, und natürlich auch der Wissenschaft und Forschung in ethischen Fragen Grenzen gesetzt sein müssen, sind wir alle, vorab aber Politik, Fachgremien und natürlich die Kirchen, gefordert. Aber doch bitte nicht mit zweierlei Maß messen! Da wird einerseits gegen die Genveränderung an Pflanzen, die der Volksernährung dienen, gekämpft, andererseits aber Genforschung und genmanipulierte Arzneimittel und Pharmazeutika für den menschlichen Bedarf durchaus für sinnvoll empfunden. In der Landwirtschaft, so heißt es, würden hingegen die Gefahren überwiegen. Wo bleibt ein berechtigter Protest gegen solchen Unsinn? Genforschung und -veränderung an Pflanzen „nein“. Denn die Risiken einer Floraveränderung und damit die Gefahren für Mensch und Tier wären zu groß, wird behauptet. Aber eine durchaus mögliche Veränderung des Menschen oder seiner Erbanlage durch genmanipulierte Arzneimittel wird scheinbar billigend in Kauf genommen. Darüber muß man sich eigentlich doch sehr wundern.“ Ernst Veeh, Ochsenfurter Straße 33, Gülchsheim. Protest hat viele Gesichter Zur Berichterstattung über die Versuche mit genveränderten Zuckerrüben in Uffenheim in der Fränkischen Landeszeitung. Im Zusammenhang mit dem Genrüben-Freisetzungsversuch müssen die C-Parteien wieder einmal ihr „C“ hinterfragen lassen. Glauben die „Grünen“ eigentlich, daß ihre Wirkung nach außen immer perfekt ist? Die kritische Auseinandersetzung mit genmanipulierten Pflanzen sehe ich sehr positiv. Allerdings muß man dabei erkennen, daß es - wie so oft - nicht nur eine Wahrheit gibt. Die Besetzung eines Feldes ist offensichtlich recht spektakulär, jedoch auch rechtlich bedenklich - und ganz sicher auch nicht die einzige Möglichkeit, gegen „Gen-Zuckerrüben“ zu protestieren. Nicht jeder Bürger kann und will tagelang von seinem Arbeitsplatz wegbleiben, besonders nicht in schwierigen Zeiten. Elfriede Aumüller Brackenlohrer Straße 14, Uffenheim FLZ Nr.104, Mittwoch 7. Mai 1997