Nur knappe Mehrheit war für Austritt aus dem Aktionskreis AKU geht auf eigenem Weg weiter Heiße Diskussion ging voraus - Kekeritz bedauert die Entscheidung UFFENHEIM (kls) - Der Entscheidung des Arbeitskreises Umwelt (AKU) aus dem „Aktionskreis gegen genmanipulierte Pflanzen“ auszutreten, war eine harte und heiße Diskussion im AKU vorausgegangen. Nur eine knappe Mehrheit habe für den Austritt gestimmt, berichtete AKU-Sprecher Harald Trabert gestern auf Anfrage, während der andere Teil der Mitglieder sich für die weitere Mitarbeit ausgesprochen habe. „Traurig“ über die Entscheidung ist der Pressesprecher des Aktionskreises, Uwe Kekeritz. „Das war nicht notwendig“, betonte er gegenüber unserer Redaktion. Denn im Aktionskreis sei alles so entschieden und ausgeführt worden, wie es die große Mehrheit beschlossen habe. Zweifellos habe der Schritt des AKU dem Aktionskreis geschadet. Jedoch stünden die anderen Gruppen voll hinter ihm. Auch ein aktives Mitglied des AKU werde im Aktionskreis weiterhin - als Privatperson - mitarbeiten. Für AKU-Sprecher Trabert geht es um die Frage, in welcher Form seine Gruppe ihre Ziele anpackt. Bisher sei man gut bedient gewesen mit Informationsveranstaltungen und praktischen Aktivitäten. Man setze darauf, möglichst die breite Öffentlichkeit zu gewinnen. Die Besetzung des Versuchsfelds spalte aber die Meinung in der Bevölkerung. Die meisten Menschen hätten Schwierigkeiten, die einzelnen Gruppen, die sich gegen die Genrübenversuche engagieren, auseinanderzuhalten. Namentlich nannte Trabert dabei die Anwesenheit von Aktionskreismitgliedern auf dem Protest-Camp. Der AKU werde sich weiterhin gegen Gentechnik im Nahrungsmittelbereich engagieren, wobei man auch über den Tag der Versuchsgenehmigung hinaus denken und handeln müsse. So sei beabsichtigt, umweltpolitische Gespräche mit Verantwortlichen zu führen. Der Dialog mit dem Verbraucher soll ausgebaut werden. „Man kann noch viel machen“, ist Trabert überzeugt. Ein Streit innerhalb des AKU sei dabei aber nicht nützlich. FLZ Nr.99, Mittwoch 30. April 1997