Kreisvorstand befaßte sich mit aufgeheizter öffentlicher Diskussion über Freisetzungsversuch gentechnisch veränderter Rüben ÖDP will eine faire und sachliche Auseinandersetzung Vorsitzender: Die Ziele von Aktionskreis und Partei sind weitgehend deckungsgleich - Zwischen den verschiedenen Gruppen unterscheiden EMSKIRCHEN - „Der Kreisverband Neustaat a. d. Aisch - Bad Windsheim ruft in der derzeit aufgeheizten öffentlichen Diskussion alle Beteiligten, Gegner wie Befürworter der Gentechnik, zu einer fairen und sachlichen Auseinandersetzung auf. Diesen Appell übermittelte gestern ÖDP-Vorsitzender·Richard Möhring, der zugleich die Öffentlichkeit bat, ,,zwischen den verschiedenen Gruppen von Gegnern zu unterscheiden“. Jede dieser Gruppen, so Möhring gegenüber unserer Zeitung, trage für sich selbst die Verantwortung, ob dies nun die Feldbesetzer, Naturschützer, politische Verbände, Einzelpersonen seien oder der Arbeitskreis gegen genmanipulierte Pflanzen. Ihm gehört auch die ÖDP an, die nach jüngsten Veröffentlichungen K1ärungen und Ergänzungen für erforderlich hält. Der ÖDP-Vorsitzende: ,,Wir sind von Anfang an im Arbeitskreis dabei und sind froh, daß er sich gebildet hat. Gemeinsam sind wir stärker. Wir meinen auch, daß er gute Arbeit geleistet und sachlich informiert hat und absolut gewaltfrei agiert“. Nach Möhrings Aussage hätten die Grünen nicht mehr Rechte im Aktionskreis, als die anderen Mitglieder es ist aber auch leider so, daß ein Teil der Öffentlichkeit Nicht zwischen den Grünen und dem Aktionskreis unterscheiden kann oder will“. Jeder, der wollte, habe sich in dessen Arbeitstreffen ein Bild vom Aktionskreis machen können ,,und auch die bisherigen öffentlichen Aktivitäten sprechen doch für sich“. Nach dem bedauerlichen Rücktritt des Vorsitzenden und des Kassenverwalters, die beide gute Arbeit geleistet hätten, seien nun Neuwahlen erforderlich, was in einem eher ,,lockeren“ Arbeitskreis meister schneller der Fall sei, als in einem ,,festen“ Verein, so der ÖDP-Sprecher. Vorgesehen sind diese Wahlen am Dienstag, 29. April. Wie berichtet hatten der Vorsitzende, Pfarrer Blum (Umweltbeauftragter der evangelischen Kirche), und andere Vorstandsmitglieder mit ihrem Austritt die Konsequenz aus der Solidaritätsbekundung einzelner Mitglieder mit den Besetzern des ,,Genrübenfeldes“ in Uffenheim entgegen der anderslauten Festlegung im Arbeitskreis gezogen. Wie es Richard Möhring gestern gegenüber unserer Zeitung ausführte, deckten sich die derzeit für den Aktionskreis verbindlichen Ziele weitgehend mit jenen, die von der Ökologisch-Demokratischen Partei verfolgt würden: Verhinderung der Freisetzungsversuche gentechnisch veränderter Pflanzen sowie Aufklärung - keine Panikmache - über die Vor- und Nachteile und über die Riesiken der Gentechnik in der Landwirtschaft. Zudem sei die uneingeschränkte Kennzeichnung von Nahrungsmitteln, die gentechnisch veränderte Stoffe enthielten, „eine seit Jahren veröffentlichte Forderung der Ökologisch-Demokratischen Partei“. FLZ Nr.96, Samstag 26. April 1997